Der LebensKlima-Ansatz in der Praxis

In unserer partizipativen Forschungsarbeit bringen wir den Themenkomplex „Lebensqualität bei geringem Ressourcenverbrauch“ in den Vordergrund und versuchen gemeinsam mit den beteiligten Personen Lebenswege aufzuzeigen, die hohe Lebensqualität bei geringem Ressourcenverbrauch erlauben.

Dabei stellen wir den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt und thematisieren durch bewusstseinsbildendes Vorgehen seine Bedürfnissen, Strategien zur Bedürfnisbefriedigung und dahinterstehende Werte genauso wie den äußeren Kontext, in den das Handeln eines jeden Einzelnen eingebettet ist (z.B. Politiken, Gewohnheiten, Infrastrukturen).

Wir arbeiten zu unterschiedlichen thematischen Bereichen (z.B. Ernährung, Energieverbrauch, Mobilität, etc.). Dabei folgt unsere Arbeit immer bestimmten Grundsätzen:

1.)   Ganzheitlichkeit als Basis: Wir gehen davon aus, dass jegliche Verhaltensweisen stets in verschiedene Kontexte eingebettet sind: Zum Einen orientiert sich unser Verhalten an äußeren Einflüssen, an Politiken, Infrastrukturen, Institutionen, Kultur, Gewohnheiten und Lebensstilen. Wir bewegen uns also innerhalb bestimmter Strukturen, die unser Verhalten beeinflussen. Zum Anderen ist unser Verhalten aber nicht nur von äußeren Einflüssen geprägt, sondern auch von inneren Haltungen: von unserem Wissen, unseren Interessen, Werten, Prioritäten und Bedürfnissen.

In unserem Verständnis von Nachhaltigkeit braucht es daher immer beides: top-down und bottom-up Ansätze, Änderungen auf individueller und auf übergeordneter (regionaler, nationaler, europäischer, internationaler) Ebene, technische Lösungen und Lösungen, die aus den inneren Haltungen des Menschen kommen und seinen Werten und Bedürfnissen entspringen. Diese Sichtweise ist für all unsere Projekte grundlegend.

2.)   Bedürfnisorientierter Zugang in den partizipativen Projekten: Durch unseren bedürfnisorientierten Zugang grenzen wir uns von anderen partizipativen Zugängen (z.B. Lokale Agenda 21) ab. In unserer Arbeit gehen wir davon aus, dass tatsächliche Verhaltensänderungen im Sinne der Nachhaltigkeit nur dann erreicht werden können, wenn sich die betroffenen Menschen damit identifizieren und wenn die nachhaltigen Lebensstil-Alternativen im Einklang mit ihren ureigenen Bedürfnissen, Werten, etc. sind.

3.)   Prozesshaftes Vorgehen: In unseren Prozessen machen wir so wenig thematische Vorgaben wie möglich. Wir gehen davon aus, dass es am effektivsten ist, wenn bereits die Problemstellung von den beteiligten Personen definiert wird, da diese am besten bestehende Krisenherde identifizieren können und wissen, wo es Ansatzpunkte zur Veränderung gibt – im persönlichen Bereich ebenso wie in ihrer Lebensumgebung (Gemeinde, etc.).

4.)   Die Kraft der Visionen: „Wer keine Visionen hat, vermag weder große Hoffnungen zu erfüllen, noch große Vorhaben zu verwirklichen.“ (Woodrow Wilson) In diesem Sinne arbeiten wir in unseren Prozessen mit positiven Zukunftsszenarien (Visionen). Denn erst, wenn man konkrete Vorstellungen und Bilder einer positiven Zukunft vor sich hat, findet man auch die notwendigen Schritte, um dorthin zu gelangen.