BürgerInnen-Rat Pielachtal

Zweiter BürgerInnen-Rat der Gemeinden des Pielachtals!

Bereits im Mai 2012 fand im Pielachtal ein BürgerInnen-Rat statt, bei welchem sich herausstellte, dass die Lebensqualität junger Menschen ein wichtiges Thema ist, in dem
besonders dringend Maßnahmen gesetzt werden sollen. Darum wurde am 8. und 9.
November 2013 ein JungbürgerInnen-Rat einberufen, bei dem 16 mittels Zufallsprinzip
ausgewählte junge Menschen aus dem Pielachtal uns Ihre Ideen rund um die zentrale
Fragestellung „Was brauchst Du, um in deiner Region Pielachtal gerne zu leben?“ mitteilten.
Da die Teilnehmenden selbst entschieden, welche ihrer Anliegen bearbeitet wurden, stellte
sich die überaus reife Themenwahl als eine ganz besonders positive Überraschung heraus. Denn es wurden nicht typische „Jugendthemen“ bearbeitet, sondern solche Themen, die alle Altersgruppen und das ganze Tal betreffen, weshalb von einer ganz besonderen Reichweite dieses JungbürgerInnen-Rates gesprochen werden kann.

Lesen Sie hier das ausführliche Protokoll des 1. JugendbürgerInnen-Rates!

Der erste BürgerInnen-Rat der Gemeinden des Pielachtals

Im Mai 2012 fand der erste BürgerInnen-Rat im niederösterreichischen Pielachtal statt. Sieben Gemeinden (Obergrafendorf, Schwarzenbach, Loich, Falkenfels, Hofstetten-Grünau, Kirchberg an der Pielach, Rabenstein an der Pielach) nahmen an dem eineinhalbtägigen Prozess, der von SERI moderiert wurde, teil. Aus den Gemeinden meldeten sich etwa 15 BürgerInnen freiwillig, um Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebenssituation im Pielachtal gemeinsam zu diskutieren.

Ziel des BürgerInnen-Rates war es, die grundlegende Frage: „Wie soll die Entwicklung der Kleinregion Pielachtal in der Zukunft aussehen?“ zu konkretisieren. Welche Themen sind den BewohnerInnen wichtig? Was gefällt ihnen bzw. wo sehen sie Verbesserungsmöglichkeiten?

Im Laufe der beiden Tage kristallierten sich mehrere Schwerpunkte heraus, zu denen die BürgerInnen in der Diskussion immer wieder zurückkehrten:

  • Infrastruktur
  • Region/ Tourismus
  • Jugend bzw. Dialog zwischen jungen und älteren Menschen
  • soziales Miteinander
  • allgemeine Verbesserungen für das Pielachtal

 

In der Diskussion um den Erhalt bzw. die Förderung der örtlichen Infrastruktur lag der Fokus zuerst auf der Versorgung der Gegend mit Geschäften bzw. gesundheitlichen Einrichtungen, verlagerte sich aber bald in Richtung Förderung des existierenden Kleinhandels. Man entschied sich, dem Trend zum Großmarkt entgegenzuwirken, und regionale Produkte und Kleinbetriebe zu stärken. Ein großes Thema war, auch im Zusammenhang mit dem mühsamen täglichen Schulweg, die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, um das Pendeln nach St. Pölten einfacher zu gestalten.

 

Die Errungenschaften des Marketingkonzepts „Dirndltal“ für den Tourismus und die lokalen Betriebe wurden anerkannt und als Erfolgsgeschichte verstanden. Die Fremdsicht der UrlauberInnen, die das Dirndltal besuchen, steht für die BewohnerInnen aber zum Teil in Konflikt mit ihrem Selbstbild als PielachtalerInnen – diese Frage nach der Identität als PielachtalerInnen oder DirndltalerInnen wurde diskutiert. Ideen für zusätzliche Angebote, um den örtlichen Tourismus weiter zu stärken, wurden gesammelt, darunter etwa ein Reiseführer fürs Pielachtal mit Übernachtungsmöglichkeiten, Wanderwegen, Mountainbike-Routen, Bauernmärkten, Festen, Museen und Bädern.

Das große Thema Jugend (und damit verbunden das Thema des sozialen Miteinanders und der Gemeinschaft) wurde in vielen verschiedenen Facetten aufgegriffen und diskutiert. Von fehlenden Grundvoraussetzungen, die ein Aufrechthalten des Lebensmittelpunktes im Pielachtal erschweren über die Schwierigkeit, hier selbst Fuß zu fassen und Bildung bis hin zum Problemfeld des Drogenmissbrauchs im Pielachtal wurden eine Menge Lösungsvorschläge, aber auch Kritik angebracht.

Den Abschluss des BürgerInnen-Rates bildete die gemeinsame Erarbeitung einer Erklärung, die beim BürgerInnen-Café im Juni 2012 der allgemeinen Öffentlichkeit präsentiert wurde. Neben den TeilnehmerInnen des BürgerInnen-Rats und politischen VertreterInnen aus mehreren Gemeinden fanden sich 23 PielachtalerInnen beim BürgerInnen-Café ein, um über die Ergebnisse des BürgerInne-Rats und die Zukunft des Pielachtals zu diskutieren. Dabei konnten die BürgerInnen die Erklärung mit eigenen Vorschlägen, Ideen und denkbaren Maßnahmen ergänzen.

Hier geht’s  zum Bericht desBürgerInnenrates im Pielachtal: BürgerInnenrat_Pielachtal_2012

Wie geht es nun weiter?

Die Ideen von BürgerInnen-Rat und -Café werden in einer Resonanzgruppe aus politischen VertreterInnen, TeilnehmerInnen des Rats und PielachtalerInnen ab Mitte August 2012 weiter entwickelt.

Unseren vollständigen Bericht zum BürgerInnenrat finden Sie hier zum Download.

Statements

„Ich bin sehr angetan von der Moderation und der Leitung des BürgerInnenrates. Überrascht hat mich das Engagement der TeilnehmerInnen die dabei waren. Sie waren mit großer Begeisterung dabei und es gab dazu sehr viele positive Rückmeldungen.“
Ök. Rat Anton Gonaus, Bürgermeister Kirchberg an der Pielach

 

„Der BürgerInnenrat hat sehr offen diskutiert und ich war beeindruckt von dem respektvollen Umgang zwischen den BürgerInnen. Die BürgerInnen waren sehr dankbar, dabei sein zu dürfen. Das zeigt uns im Pielachtal, dass den BürgerInnen die Gemeinde- und Regionsentwicklung nicht egal ist, es muss dafür nur eine geeignete Plattform geboten werden. Die Zusammenarbeit mit der SERI hat sehr gut funktionierte und war sehr konstruktiv. Wichtig in der Organisation ist ausreichend Vorlaufzeit einzuplanen, damit die ausgewählten BürgerInnen auch persönlich angesprochen werden können.“
Edith Kendler, Kleinregionsmanagerin Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal